Microsoft Fabric: OneLake ein See für alle Daten?
Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als Datenspeicherung vor allem bedeutete, eine Excel-Datei irgendwo abzulegen, idealerweise mit einem Namen wie „Budget_FINAL_v2_echtjetzt.xlsx“?
Heute sieht die Datenwelt etwas anders aus. Data Lakes, Data Warehouses, SQL-Datenbanken und Cloud-Speicher verteilen Informationen auf unterschiedliche Systeme und Plattformen.
Mit Microsoft Fabric soll genau diese Fragmentierung reduziert werden. Im Zentrum steht der OneLake: ein zentraler, logischer Speicherort für Unternehmensdaten.
Was ist Microsoft OneLake?
Vereinfacht gesagt ist OneLake das „OneDrive für Daten“.
Technisch handelt es sich um einen hierarchischen Data Lake auf Basis von Azure Data Lake Storage Gen2. Innerhalb von Microsoft Fabric steht pro Tenant eine OneLake-Instanz zur Verfügung, in der Daten logisch organisiert und über Workspaces strukturiert werden können.
Statt unterschiedliche Speicherlösungen unabhängig voneinander zu verwalten, entsteht damit eine gemeinsame Datenbasis.
Warum eigentlich nur ein Lake?
Genau darin steckt die Idee hinter dem Namen.
Wenn unterschiedliche Abteilungen eigene Data Lakes, Warehouses oder Speicherorte betreiben, entstehen schnell Datensilos. Hinzu kommen Kopien derselben Daten und zusätzlicher Verwaltungsaufwand.
OneLake verfolgt einen anderen Ansatz: eine zentrale Instanz pro Tenant, in der Daten gemeinsam genutzt und organisiert werden können. Besonders interessant wird das durch Shortcuts.
Shortcuts: Daten nutzen, ohne sie ständig zu kopieren
Nicht alle Daten müssen physisch im OneLake gespeichert sein. Mit Shortcuts lassen sich auch Daten einbinden, die beispielsweise in Amazon S3 oder Google Cloud Storage liegen. Die Daten bleiben an ihrem ursprünglichen Speicherort, können innerhalb von Fabric aber so genutzt werden, als wären sie Bestandteil des OneLake.
Das reduziert Datenbewegungen und damit auch ETL-Prozesse, die ausschließlich dazu dienen, Informationen von einem Speicherort zum nächsten zu verschieben.
Ein Format für unterschiedliche Werkzeuge
OneLake setzt auf Delta Lake beziehungsweise Parquet. Dadurch können unterschiedliche Fabric-Technologien wie SQL, Spark oder Power BI mit denselben Daten arbeiten. Daten müssen nicht für jedes Werkzeug zunächst in ein anderes Format übertragen werden.
Das erleichtert die Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Rollen und Technologien innerhalb einer Datenplattform.
Und was ist mit der Sicherheit?
Auch Berechtigungen und Sicherheitsrichtlinien spielen bei einer zentralen Datenplattform eine wichtige Rolle. Statt Zugriffe unabhängig in Data Lake, Warehouse und später erneut im Reporting zu verwalten, bietet OneLake die Grundlage dafür, Sicherheitsrichtlinien zentraler zu steuern.
Gerade bei vielen Datenquellen und unterschiedlichen Teams kann das die Verwaltung übersichtlicher machen.
OneLake vs. klassischer Data Lake
| Traditioneller Data Lake | Microsoft OneLake | |
| Setup | Mehrere Ressourcen müssen eingerichtet und verwaltet werden | Als SaaS Bestandteil von Microsoft Fabric |
| Struktur | Kann bei fehlender Governance schnell unübersichtlich werden | Organisation über Workspaces |
| Datenkopien | Daten werden häufig zwischen Systemen verschoben | Shortcuts können zusätzliche Kopien vermeiden |
| Integration | Unterschiedliche Werkzeuge müssen verbunden werden | Direkt in Microsoft Fabric eingebettet |
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Wenn aus dem Data Lake ein Data Swamp wird
Ein zentraler Speicherort löst allerdings nicht automatisch jedes Datenproblem. Je einfacher Daten abgelegt und gemeinsam genutzt werden können, desto wichtiger wird eine klare Governance. Ohne Regeln für Struktur, Verantwortlichkeiten und Nutzung kann auch ein zentraler Lake schnell unübersichtlich werden.
Hinzu kommt die Kostenkontrolle. Microsoft Fabric arbeitet mit einem Kapazitätsmodell. Wird viel Rechenleistung benötigt, sollte deshalb auch die Skalierung im Blick behalten werden.
Fazit: Weniger Daten verschieben, mehr damit anfangen
OneLake setzt an einem bekannten Problem moderner Datenlandschaften an: Informationen liegen häufig verteilt, werden mehrfach kopiert und müssen zwischen unterschiedlichen Werkzeugen bewegt werden.
Microsoft Fabric bündelt diese Datenwelt an einem logischen Ort. Shortcuts reduzieren unnötige Datenbewegungen, offene Formate erleichtern die Nutzung durch unterschiedliche Technologien und eine gemeinsame Plattform sorgt für mehr Übersicht.
Ganz ohne Regeln funktioniert allerdings auch der „eine See“ nicht. Governance und Kostenkontrolle bleiben entscheidend.
Richtig eingesetzt kann OneLake damit vor allem eines reduzieren: den Aufwand rund um die Daten, damit mehr Zeit für das bleibt, was aus ihnen entstehen soll.
FAQ
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OneLake ist der zentrale, hierarchische Data Lake innerhalb von Microsoft Fabric. Pro Tenant steht eine OneLake-Instanz zur Verfügung, in der Unternehmensdaten logisch organisiert werden können.
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Shortcuts stellen Verbindungen zu Daten her, die physisch an einem anderen Speicherort liegen. Dadurch können beispielsweise Daten aus Amazon S3 oder Google Cloud Storage innerhalb von Fabric genutzt werden, ohne sie zunächst vollständig in den OneLake kopieren zu müssen.
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OneLake setzt auf Delta Lake beziehungsweise Parquet. Dadurch können unterschiedliche Technologien innerhalb von Microsoft Fabric auf einer gemeinsamen Datenbasis arbeiten.
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Vor allem Governance und Kostenkontrolle. Eine zentrale Datenplattform benötigt klare Regeln für die Organisation und Nutzung der Daten. Gleichzeitig sollte aufgrund des Kapazitätsmodells von Microsoft Fabric auch die benötigte Rechenleistung im Blick behalten werden.


