SharePoint oder OneDrive: Wann welches Tool die bessere Wahl ist

Quicklink FAQ

SharePoint oder OneDrive – diese Frage stellt sich in vielen Unternehmen sobald Microsoft 365 als zentrale Plattform für Zusammenarbeit eingeführt wird. Beide Dienste ermöglichen das Speichern, Teilen und gemeinsame Bearbeiten von Dateien. Dennoch verfolgen sie unterschiedliche Ziele. Viele Anwender*innen betrachten OneDrive und SharePoint als zwei Varianten desselben Cloud-Speichers. Tatsächlich liegt der wichtigste Unterschied jedoch nicht in den Funktionen, sondern in der Frage, wem Informationen gehören und wer langfristig dafür verantwortlich ist. Wer diese Grundregel versteht, kann Dateien einfacher organisieren, die Zusammenarbeit verbessern und spätere Probleme bei Berechtigungen oder Datenverlust vermeiden.

Warum die Frage „SharePoint oder OneDrive?“ so häufig gestellt wird

Auf den ersten Blick wirken beide Plattformen ähnlich. Dateien können gespeichert, geteilt und gemeinsam bearbeitet werden. Zudem greifen beide Dienste auf dieselben Microsoft-365-Technologien zurück und bieten ähnliche Benutzeroberflächen. Der entscheidende Unterschied liegt im Zweck des Speicherorts. OneDrive ist der persönliche Arbeitsbereich einer einzelnen Person. Hier entstehen Dokumente, Entwürfe, Notizen oder Dateien, die vorerst nur von einer Person genutzt werden. SharePoint hingegen ist für die gemeinsame Nutzung von Informationen innerhalb von Teams, Projekten oder ganzen Organisationseinheiten gedacht.

Man kann sich OneDrive als persönlichen Schreibtisch vorstellen, während SharePoint dem gemeinsamen Aktenschrank eines Teams entspricht. Beide haben ihre Berechtigung, erfüllen aber unterschiedliche Anforderungen. Wer Dateien ausschließlich nach dem Motto „Wo finde ich gerade Platz?“ speichert, riskiert später Unklarheiten bei Verantwortlichkeiten, Zugriffsrechten oder der langfristigen Verfügbarkeit von Informationen.

Onedrive

Wann ist OneDrive die richtige Wahl?

OneDrive eignet sich ideal für persönliche Arbeitsdateien. Besonders in frühen Arbeitsphasen bietet der persönliche Speicherort Vorteile, da Dokumente zunächst unabhängig von anderen erstellt und bearbeitet werden können.

Typische Beispiele sind:

  • persönliche Notizen
  • Entwürfe von Präsentationen
  • individuelle Arbeitsunterlagen
  • temporär benötigte Dateien
  • Dokumente mit begrenzter Freigabe

Auch das Teilen einzelner Dateien mit Kolleg*innen ist problemlos möglich. Die gemeinsame Bearbeitung funktioniert ähnlich komfortabel wie in SharePoint. Dadurch entsteht häufig der Eindruck, dass OneDrive für sämtliche Zusammenarbeit ausreicht. Langfristig stößt dieser Ansatz jedoch an Grenzen. Sobald mehrere Personen dauerhaft mit denselben Dokumenten arbeiten oder Informationen für ein ganzes Team relevant werden, sollte die Datei nicht mehr einer einzelnen Person gehören. In diesem Fall ist ein Wechsel nach SharePoint meist sinnvoll.


Sharepoint

Wann sollten Dateien in SharePoint gespeichert werden?

SharePoint wurde für die strukturierte Zusammenarbeit entwickelt. Dateien gehören hier nicht einzelnen Personen, sondern einer Website, einem Team oder einer Organisationseinheit.

Das betrifft beispielsweise:

  • Projektunterlagen
  • Teamdokumentationen
  • Prozessbeschreibungen
  • Richtlinien
  • Vorlagen
  • Wissensdatenbanken
  • Abteilungsdokumente

Ein wesentlicher Vorteil liegt in der langfristigen Verfügbarkeit. Die Informationen bleiben unabhängig von einzelnen Mitarbeiter*innen erhalten. Darüber hinaus bietet SharePoint umfangreiche Möglichkeiten zur Strukturierung von Informationen. Dokumentbibliotheken, Metadaten, Ansichten und Inhaltsarten unterstützen Unternehmen, auch größere Dokumentenmengen übersichtlich zu verwalten. Gerade Organisationen mit mehreren Teams profitieren von dieser strukturierten Ablage stark.


Wie arbeiten SharePoint, OneDrive und Microsoft Teams zusammen?

Viele Anwender*innen sind überrascht, wenn sie erfahren, dass Microsoft Teams selbst kein eigenständiger Dateispeicher ist. Die meisten Dateien, die innerhalb eines Teams-Kanals hochgeladen werden, landen tatsächlich in SharePoint. Für jedes Team wird automatisch eine SharePoint-Website mit entsprechenden Dokumentbibliotheken erstellt. Teams dient dabei vor allem als Benutzeroberfläche für die Zusammenarbeit. Anders verhält es sich bei Dateien, die in privaten Chats oder Gruppenchats geteilt werden. Diese werden normalerweise im OneDrive-Konto der hochladenden Person gespeichert und anschließend für die Gesprächsteilnehmer*innen freigegeben.

Dieses Zusammenspiel erklärt viele typische Fragen aus dem Arbeitsalltag. Wer beispielsweise eine Datei in einem Teams-Kanal nicht findet, sollte häufig in der zugehörigen SharePoint-Bibliothek suchen. Umgekehrt stammen Chat-Anhänge oft aus OneDrive. Für Anwender*innen bedeutet das: Auch wenn Teams im Mittelpunkt der täglichen Arbeit steht, spielen SharePoint und OneDrive im Hintergrund weiterhin eine zentrale Rolle.

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Berechtigungen, Sicherheit und Dokumentenmanagement

Ein weiterer wichtiger Unterschied zeigt sich bei der Verwaltung von Zugriffsrechten und Informationen. OneDrive setzt primär auf einfache Freigaben. Einzelne Dateien oder Ordner können schnell mit anderen Personen geteilt werden. Für spontane Zusammenarbeit ist das praktisch und unkompliziert. SharePoint bietet dagegen deutlich umfangreichere Möglichkeiten. Berechtigungen können auf Ebene von Websites, Bibliotheken, Ordnern oder einzelnen Dokumenten verwaltet werden. Dadurch lassen sich komplexe Organisationsstrukturen besser abbilden.

Zusätzlich unterstützt SharePoint zahlreiche Funktionen für professionelles Dokumentenmanagement. Dazu gehören beispielsweise:

  • Versionierung von Dokumenten
  • Metadaten und Klassifizierungen
  • Dokumentvorlagen
  • Aufbewahrungsrichtlinien
  • automatisierte Workflows
  • Compliance- und Governance-Funktionen

Besonders in größeren Organisationen oder regulierten Branchen spielen diese Möglichkeiten eine wichtige Rolle. Unternehmen können dadurch nachvollziehen, wer auf Informationen zugreift, welche Version aktuell ist und wie lange Dokumente aufbewahrt werden müssen. OneDrive bietet ebenfalls Versionsverwaltung und Wiederherstellungsfunktionen, ist jedoch nicht für komplexe Governance-Anforderungen konzipiert.

Best Practices für eine klare Speicherstrategie

Die meisten Probleme entstehen nicht durch die Technologie selbst, sondern durch unklare Regeln für die Dateispeicherung. Ein häufiger Fehler besteht darin, wichtige Teamdokumente dauerhaft in persönlichen OneDrive-Bereichen zu speichern. Solange die verantwortliche Person verfügbar ist, fällt das oft nicht auf. Spätestens bei Rollenwechseln oder Austritten entstehen jedoch organisatorische Herausforderungen. Ebenso problematisch sind doppelte Ablagen. Wenn dieselbe Datei gleichzeitig in Teams, OneDrive, SharePoint und lokalen Ordnern existiert, verlieren Anwender*innen schnell den Überblick über die aktuelle Version.

Bewährt hat sich daher eine einfache Grundregel: Persönliche Arbeitsdokumente gehören nach OneDrive. Gemeinsame Informationen gehören nach SharePoint.

Unternehmen sollten diese Regel durch klare Verantwortlichkeiten, Berechtigungskonzepte und Ablagestrukturen ergänzen. Dadurch entsteht eine nachvollziehbare Informationsarchitektur, die sowohl die Zusammenarbeit als auch die Sicherheit verbessert. Wer Microsoft 365 langfristig erfolgreich nutzen möchte, sollte OneDrive und SharePoint daher nicht als konkurrierende Werkzeuge betrachten. Beide Dienste ergänzen einander und entfalten ihren größten Nutzen, wenn sie entsprechend ihrer jeweiligen Stärken eingesetzt werden.

FAQ

OneDrive ist der persönliche Speicherbereich einer einzelnen Person. SharePoint dient als gemeinsamer Speicherort für Teams, Projekte und Organisationseinheiten.

Für kurzfristige Zusammenarbeit kann das sinnvoll sein. Sobald mehrere Personen dauerhaft mit Dokumenten arbeiten oder Informationen langfristig benötigt werden, empfiehlt sich SharePoint.

Dateien in Teams-Kanälen werden normalerweise in SharePoint gespeichert. Dateien aus Chats werden meist im OneDrive der hochladenden Person abgelegt und freigegeben.

Beide Dienste basieren auf denselben Microsoft-365-Sicherheitsmechanismen. SharePoint bietet jedoch umfangreichere Möglichkeiten für Berechtigungen, Governance und Compliance.

Ja. Microsoft 365 unterstützt das Verschieben oder Kopieren von Dateien zwischen OneDrive und SharePoint, wodurch Dokumente bei wachsender Zusammenarbeit problemlos in einen gemeinsamen Speicherbereich überführt werden können.