Drei Key Takeaways für den sicheren KI-Einsatz
Wer KI im Arbeitsalltag einsetzt, sollte drei grundlegende Fragen berücksichtigen. Sie bilden den roten Faden des ETC-Webinars und helfen dabei, typische Fehlerquellen frühzeitig zu erkennen.
1. Welche Daten geben Sie an die KI weiter?
Nicht jede Information gehört in einen KI-Prompt. Während öffentlich verfügbare Produktinformationen unter Beachtung der Nutzungsrechte häufig unproblematisch sind, erfordern interne Dokumente, Kundendaten und vertrauliche Unternehmensinformationen besondere Vorsicht.
Ein wichtiger Grundsatz lautet daher: Geben Sie nur jene Informationen weiter, die für die jeweilige Aufgabe tatsächlich notwendig und freigegeben sind.
In vielen Fällen lassen sich personenbezogene Angaben durch Platzhalter ersetzen. Für den Entwurf einer Kundenantwort benötigt ein KI-System beispielsweise nicht zwingend den vollständigen Namen, die Telefonnummer oder die Anschrift der betreffenden Person.
Welche Unterschiede zwischen öffentlichen, internen und besonders sensiblen Daten bestehen, wird in der Webinaraufzeichnung anhand einer konkreten Kundenanfrage demonstriert.
2. Welche Aussagen der KI können Sie übernehmen?
Eine sprachlich überzeugende Antwort ist noch kein Beleg für ihre Richtigkeit. Generative KI kann Informationen ergänzen, die in den ursprünglichen Unterlagen nicht enthalten sind. Solche fehlerhaften oder unbelegten Ausgaben werden häufig als KI-Halluzinationen bezeichnet.
Gerade bei technischen Daten, vertraglichen Zusagen oder geschäftlichen Entscheidungen ist deshalb eine Überprüfung erforderlich.
Im Webinar wird anhand eines fiktiven Produktdatenblatts gezeigt, wie unterschiedliche Formulierungen einer Anfrage zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können.
Dabei wird deutlich, welchen Einfluss ein präziser Prompt auf die Qualität einer KI-Antwort hat und warum die Kontrolle anhand der Originalinformationen unverzichtbar bleibt.
3. Welche Aktionen darf die KI selbstständig ausführen?
KI-Anwendungen können zunehmend nicht nur Informationen aufbereiten, sondern auch weitere Arbeitsschritte vorbereiten oder auslösen. Dazu gehören beispielsweise das Versenden von Nachrichten oder das Anstoßen von Bestellprozessen.
Damit steigt die Bedeutung klar definierter Freigaben.
Das Prinzip Human in the Loop beschreibt die bewusste Einbindung eines Menschen in einen KI-gestützten Prozess. Besonders bei Entscheidungen mit finanziellen, rechtlichen oder organisatorischen Auswirkungen sollte nachvollziehbar geregelt sein, wer Ergebnisse kontrolliert und Handlungen freigibt.
Eine Freigabe sollte dabei mehr sein als das bloße Anklicken einer Schaltfläche. Entscheidend ist, dass Mitarbeiter*innen die zugrunde liegenden Informationen und möglichen Folgen tatsächlich prüfen können.
„Die KI mag natürlich die Antwort generieren, aber verantwortlich ist ja der Mensch, der dann ja diese Antwort auch hinausgibt.“
Bernd Hamböck | ETC-Trainer und Experte für Künstliche Intelligenz