Was ist Vibe Coding?

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Vibe Coding ist ein Ansatz der KI-gestützten Softwareentwicklung, bei dem funktionsfähiger Quellcode primär durch natürliche Sprache erzeugt wird. Anstatt Code manuell zu schreiben, beschreibt der Mensch einer künstlichen Intelligenz, meist einem Large Language Model (LLM), was eine Anwendung leisten soll. Die KI generiert daraufhin den entsprechenden Code, der anschließend iterativ angepasst oder erweitert wird. Der Fokus verschiebt sich damit von der klassischen Programmierung hin zur präzisen Beschreibung von Anforderungen.

Im Unterschied zu etablierten Entwicklungsansätzen steht beim Vibe Coding nicht das konkrete Beherrschen einer Programmiersprache im Vordergrund, sondern die Fähigkeit, Anforderungen verständlich, strukturiert und kontextreich zu formulieren. Dieser Paradigmenwechsel macht den Ansatz sowohl für Entwickler*innen als auch für technisch weniger versierte Anwender*innen attraktiv, wirft jedoch gleichzeitig neue Fragen zur Code-Qualität und Kontrolle auf.

Vibe Coding in der Praxis

Der typische Vibe-Coding-Workflow besteht aus mehreren Iterationen. Zunächst beschreibt der Anwender in natürlicher Sprache, welche Funktion oder Anwendung entstehen soll. Das Sprachmodell generiert daraufhin einen ersten Code-Vorschlag. Dieser wird getestet, überprüft und anschließend durch weitere Prompts angepasst oder erweitert.

Large Language Models analysieren dabei nicht nur den Prompt selbst, sondern auch den bestehenden Code-Kontext. Sie können Bibliotheken einbinden, Funktionen strukturieren oder einfache Tests erzeugen. Entscheidend ist, dass der Mensch die Rolle des Reviewers übernimmt: Er bewertet, ob Logik, Sicherheit und Wartbarkeit den Anforderungen entsprechen und steuert die Weiterentwicklung entsprechend.

Tools und Plattformen für Vibe Coding

Vibe Coding wird nicht über eine einzelne Plattform definiert, sondern über die Art der Interaktion mit KI-basierten Coding-Assistenten. Zu den bekanntesten Werkzeugen zählen Entwicklungsumgebungen und Dienste, die auf Large Language Models aufsetzen und eine dialogbasierte Code-Generierung ermöglichen.

Beispiele sind Cursor Composer, GitHub Copilot oder agentenbasierte Entwicklungsumgebungen wie Replit. Diese Tools integrieren sich direkt in den Entwicklungsprozess und erlauben es, Code zu erzeugen, zu erklären oder umzuschreiben. Für Anwender*innen bieten sie einen niederschwelligen Einstieg, erfordern aber weiterhin eine kritische Prüfung der Ergebnisse.

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Welche Fähigkeiten erfordert Vibe Coding?

Auch wenn Vibe Coding oft als „programmieren ohne Programmierkenntnisse“ beschrieben wird, sind bestimmte Kompetenzen unverzichtbar. Dazu gehört vor allem die Fähigkeit, Anforderungen klar zu formulieren und Ergebnisse kritisch zu bewerten. Grundlegende Kenntnisse von Softwarearchitektur, Logik und Sicherheitsprinzipien sind hilfreich, um fehlerhaften oder unsicheren Code zu erkennen.

Darüber hinaus gewinnt Prompting an Bedeutung. Wer präzise, kontextreiche und strukturierte Anweisungen geben kann, erzielt deutlich bessere Ergebnisse. Vibe Coding ersetzt daher nicht technisches Verständnis, sondern verschiebt den Kompetenzschwerpunkt innerhalb des Entwicklungsprozesses.

Vibe Coding vs. Low Code

Low Code verfolgt einen anderen Ansatz als Vibe Coding. Während Vibe Coding auf natürliche Sprache und KI-Generierung setzt, basieren Low-Code-Plattformen auf visuellen Entwicklungsumgebungen mit vordefinierten Bausteinen. Funktionen werden per Drag-and-Drop kombiniert, komplexere Logik kann durch klassischen Code ergänzt werden.

Low Code bietet dadurch mehr Kontrolle und Vorhersagbarkeit, ist jedoch auf die Möglichkeiten der jeweiligen Plattform beschränkt. Vibe Coding hingegen erlaubt theoretisch jede Art von Logik, ist aber weniger deterministisch.

Kurz gesagt:

  • Vibe Coding nutzt KI, um aus Sprache direkt Code zu erzeugen.
  • Low Code nutzt visuelle Komponenten zur strukturierten App-Erstellung – meist ohne KI-Prompting.

Für wen eignet sich Vibe Coding in der Praxis?

Vibe Coding eignet sich besonders für Entwickler:innen, die schnell Prototypen erstellen oder neue Ideen validieren möchten. Auch Startups profitieren von der hohen Geschwindigkeit in frühen Projektphasen. Für Nicht-Techniker kann der Ansatz ein Einstieg in die Softwareentwicklung sein, sofern eine fachliche Begleitung vorhanden ist.

Für sicherheitskritische oder langfristig wartbare Systeme ist Vibe Coding hingegen eher als ergänzendes Werkzeug zu verstehen, nicht als vollständiger Ersatz klassischer Entwicklungsprozesse.

FAQ

Vibe Coding ist eine Form der Softwareentwicklung, bei der Künstliche Intelligenz aus natürlichen Spracheingaben Programmcode erzeugt.

Grundkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich, aber hilfreich, um die KI-Ergebnisse besser bewerten und anpassen zu können.

Nein. Low Code nutzt visuelle, vorkonfigurierte Code-Bausteine, Vibe Coding basiert auf KI-gestützter Code-Generierung aus Sprache.

Ja, aber nur mit sorgfältigem Review, Testing und klarer Qualitätskontrolle.

Für Vibe Coding eignen sich vor allem leistungsfähige Large Language Models (LLMs) mit guter IDE-Integration, etwa in Tools wie GitHub Copilot, Cursor oder Replit, wobei die „beste“ KI vom konkreten Anwendungsfall und der nötigen Kontrolle über den Code abhängt.

Ja, mit Vibe Coding lassen sich grundsätzlich auch komplexe Webanwendungen wie bspw. Webshops inklusive Frontend, Datenbanklogik, Authentifizierung und Zahlungsanbindung erzeugen. Jedoch erfordern Sicherheit, Architektur und rechtliche Aspekte zwingend manuelle Prüfung und Nacharbeit durch erfahrene Entwickler*innen.

Ja, Editoren wie Cursor, GitHub Copilot in VS Code oder Visual Studio, Replit, Codeium sowie JetBrains IDEs mit KI-Plugins verbinden Vibe Coding mit integrierter Syntax-, Linting-, Test- und Debug-Unterstützung.